Kommentar zum Leserbrief von Norbert Stelter

 

Kommentar des Bürgerforums vom 20.07.2017

 

zur Kritik an einer Presseerklärung des Bürgerforums in dem recht verschwurbelten

 

Leserbrief von Herrn Norbert Stelter,

 

erschienen in der Frankenpost am 18.07.17.

 

Diese Presseerklärung wurde am 13.07.17 anlässlich der Planungen zur Neugestaltung des Stadtparks in Marktredwitz (siehe unter „Presseerklärungen“: „Marktredwitz als nachhaltige Bürgerkommune“ auf der Homepage des Bürgerforums: www.buergerforum-marktredwitz.info) ebenfalls in der Frankenpost veröffentlicht.

 

Nachdem bei der Präsentation der drei Planungsergebnisse für die Neugestaltung des Stadtparks leider nur eine Handvoll Bürger anwesend war, schlug das Bürgerforum vor, diese Planungen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Herr Stelter im Leserbrief:

 

„Anlass ist die Ablehnung des Vorschlags von Herrn Buchka, die Planungsergebnisse (zur Stadtpark-Neugestaltung) ins Internet zu stellen.

Die meisten Teilnehmer des Workshops haben ihn (den Vorschlag des Bürgerforums) durch Kopfschütteln abgelehnt. Er hat wohl nicht kapiert, dass sein Vorschlag auf eine breite Ablehnung des Publikums gestoßen ist.“

 

Kommentar des Bürgerforums:

Diese Vermutung trifft definitiv nicht zu, zumal für Stelter Kopfschütteln anscheinend eine aussagekräftige und eindeutige Abstimmung ist.

Welchen Sinn hat Stelters Feststellung, wenn er behauptet Buchka hätte „wohl nicht kapiert“. Was er damit meint, ist nicht unbedingt ersichtlich.

Drei der anwesenden 10 bis 15  Bürger waren ohnehin vom Bürgerforum. Aber auch weitere Bürger unterstützten verbal eindeutig den Vorschlag des Bürgerforums.

Wie großspurig und bewusst irreführend ist die  Bezeichnung „breite Ablehnung“ bei einer derart kleinen Teilnehmerzahl?

Wenn das keine billige Stimmungsmache und Täuschung der Öffentlichkeit ist?

 

Herr Stelter:

 

„Die Beteiligten fühlen sich veräppelt, wenn ihre aktive Teilnahme an den umfangreichen öffentlichen Maßnahmen der Stadt durch das Bürgerforum diskriminiert wird.“

 

Kommentar des Bürgerforums:

 

Was soll das nun wieder heißen? Erkläre bitte mal jemand, was Herr Stelter mit dieser kryptischen Aussage auf den Punkt bringen will?

Der Verdacht, dass er über ein wenig entwickeltes Demokratieverständnis verfügt, drängt sich aufgrund seiner Ausführungen zweifellos auf? Wieso bzw. wen „diskriminiert“ das Bürgerforum durch dessen Vorschlag? Sinnlose, heiße Luft!

 

Herr Stelter:

 

„Jeder konnte sich an vielen Aufgaben im Projekt beteiligen. Wenn er das nicht getan hat, warum soll er dann die Infos auf seine Couch geliefert bekommen?“

 

Kommentar des Bürgerforums:

 

Wenn der Stadtrat beinahe einstimmig keinen Livestream aus dem Rathaus wünscht, um den Bürger verstärkt in politische Prozesse in der Kommune einzubeziehen, ist es diesem doch auch durchaus recht, wenn grundsätzlich kein Interesse in der Bürgerschaft für Irgendetwas vorhanden ist. Wieso sich um die Meinung des Bürgers bemühen, wenn dieser, laut unseren Entscheidern, in seiner unterstellten Unbedarftheit letztendlich doch alles „zerredet“.

Die von der Bayerischen Staatsregierung auf das Wärmste empfohlene „nachhaltige Bürgerkommune“ ist für unsere Volksvertreter, aber auch angesichts der Engstirnigkeit von Herrn Stelter, offensichtlich viel zu anstrengend und aufwendig. In einer „nachhaltigen Bürgerkommune“ ist unmissverständlich eine „beteiligungsfreundliche Politik und eine beteiligungsoffene Verwaltung gefragt“.

 

Herr Stelter:

 

„Diese Mentalität des Bürgerforums, die Couch-Potatoes zu unterstützen, stört inzwischen viele Marktredwitzer Bürger, und sie lehnen alle ähnlichen Vorstöße dieses Mini-Vereins ab.“

 

Kommentar des Bürgerforums:

 

"Nie wird es einen freien und wirklich aufgeklärten Staat geben, solange sich der Staat nicht bequemt, das Individuum als größere und unabhängige Macht anzuerkennen, von welcher all seine Macht und Gewalt sich ableitet, und solange er den Einzelmenschen nicht entsprechend behandelt."

Henry David Thoreau

oder

„Die Demokratie ist die Form des Zusammenlebens, in der die Macht jedem Einzelnen gehört. Jetzt können wir vervollständigen: Wo die Macht jedem Einzelnen gehört, gehört der Einzelne nicht der Macht. Das Individuum gehört nicht der Gemeinschaft, in der es auf die Welt kommt, sondern konstituiert sie (nimmt an ihrer Konstitution teil) kraft seiner eigenen Freiheit. Es bringt sie hervor, ist ihr Schöpfer. Die Freiheit des Individuums existiert zuerst. Und im Sinne der Demokratie existiert das Volk juristisch und faktisch nicht mehr, wenn die Pluralität der unverwechselbaren Existenzen, die sie konstituieren, gefährdet ist.“

Paolo Flores d´Arcais

 

Würde ein Herr Stelter mit seiner ihm eigenen polemischen „Mentalität“ diese Zitate unterschreiben? Wenn nicht, dann hat er definitiv nicht verstanden, was Demokratie bedeutet.

Mit seinen bewusst diskriminierenden Bezeichnungen des Bürgerforums mit „Mini-“  und „Zwergerl-Verein“ gibt er aber bereits eindeutig die ihn disqualifizierende Antwort.

 

Verschreibt sich Marktredwitz tatsächlich dieser unzweifelhaft sehr beschränkten, für unsere Demokratie keineswegs ungefährlichen politischen Weltanschauung?